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Holzheim

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Ebenfalls an der alten Höhenstraße zwischen Hersfeld und Fulda liegt der Ort Holzheim. Der in der Mitte des Dorfes stehende mächtige Wehrturm war einst wohl doppelt so hoch und wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts wahrscheinlich von den Vorfahren der Ritter von Romrod errichtet.

 

Holzheim wird urkundlich zum ersten Male im Jahr 1402 erwähnt. 1686 wurde der Besitz von Lukas Wilhelm von Romrod und Heinrich von Romrod an den Landgrafen Carl von Hessen verkauft. Nachdem Mitte des 16. Jahrhunderts die nachbarliche Burg Hauneck verfallen war, wurde ein Amtmann und Schultheiß nach Holzheim versetzt. Der amtierte dort für die zusammengefassten Ämter Hauneck, Schildschlag und Johannesberg in dem früheren Schloss der Romrods. In den Jahren 1732 bis 1735 ließ Landgraf Friedrich von Hessen das Schloss zum Jagdschloss ausbauen, die Zehntscheune wurde abgetragen und Pferdeställe darin eingebaut. Von der Fertigstellung zeugt das Medaillon von 1739 am Stalleingang des Anwesens Schneider. Als 1866 das Land Hessen von Preußen annektiert wurde, wurde der frühere Schultheiß preußischer Amtsrichter. Danach wurde das Amtsgericht nach Niederaula verlegt und das Amtsgebäude wurde Forst-verwaltung. Bis 1963 diente das alte Haus als Försterei, dann wurde es Privatbesitz.

 

Der Flurnahme „Vockenrod“ erinnert an das Dorf „Vockenrode“, das schon 1396 als Hersfelder Lehen Romrodscher Besitz wurde und bereits im 15. Jahrhundert verwüstet war.

 

Von dem erwähnten Turm geht die Sage, dass bei seinem Bau ein Kind lebendig eingemauert wurde. Die drei Köpfe, die in etwa 12 m Höhe an der Außenwand sichtbar sind, zeigen einen Mann, eine Frau und ein Kind. Diese Steine werden mit der Sage in Verbindung gebracht.

 

Dorfgemeinschaftshausbau 1965, Holzheim hat heute 257 Einwohner.